Nach der Lockerung des Verbotsgesetzes von 1945 und der De-facto-Amnestierung von NS-TäterInnen kam es bereits 1948 zur Parteigründung des Verband der Unabhängigen (VdU), der als Auffangbecken für „Ehemalige“ (NSDAP-Mitglieder) das so genannte „Dritte Lager“ wieder formierte.
Zeitgleich gründeten sich verschiedene Organisationen, die ein breites Spektrum zwischen Neonazismus und kulturellem Deutschnationalismus abdeckten, wie beispielsweise die Kameradschaft IV, ein Zusammenschluss ehemaliger (Waffen-)SS-Männer.
Nach einem Richtungsstreit zwischen Liberalen und Deutschnationalen im VdU 1955/56 bildete sich aus dem deutschnationalen Flügel die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) heraus. Den Führungskader der neu gegründeten FPÖ bildeten zum Teil schwer belastete ehemalige Nationalsozialisten wie der erste Parteiobmann Anton Reinthaller, der früher SS-Brigadeführer und Mitglied der Landesleitung der NSDAP in Österreich war. 1958 löste Friedrich Peter Reinthaller an der Parteispitze ab, was als Zeichen von Kontinuität gesehen wurde (Peter war Angehöriger der berüchtigten I. SS-Infanteriebrigade). Doch es kam anders: Peter bemühte sich der FPÖ ein liberales Image zu verpassen, um aus dem politischen Abseits heraustreten zu können. Ende der 60er Jahre verließ ein rechtsextremer Kern aus Unzufriedenheit über den liberalen Kurs der Parteispitze die FPÖ und schloss sich der von Norbert Burger neu gegründeten Nationaldemokratischen Partei (NDP) an. Über Burgers gute Verbindungen zum Ring Freiheitlicher Studenten (RFS) – Burger war deren Mitbegründer – konnten die „Nationalen“ aber weiterhin gute Kontakte zur FPÖ unterhalten.
Burgers „Nationale“ zeichneten sich durch extreme Gewaltbereitschaft aus: sie stiegen 1960 in den „Südtiroler Freiheitskampf“ (Verharmlosung für terroristische Anschläge) ein, welcher mehr als 20 Todesopfer forderte. 1980 kandidierte Norbert Burger bei den Bundespräsidentschaftswahlen und konnte einen Achtungserfolg von 140.000 Stimmen (3,2 %) erzielen. Acht Jahre später wurde Burgers NDP behördlich nach dem Verbotsgesetz aufgelöst.
In der FPÖ kam es schließlich 1986 zu einem entscheidenden Wendepunkt: Am Innsbrucker Parteitag wurde die liberale Führung vom „nationalen“ Flügel um Jörg Haider gestürzt. Die Machtübernahme und Kür Haiders zum Parteiobmann wurde vor allem von Burschenschaftern organisiert. Die Machtübernahme Haiders hatte enormen Einfluss auf die gesamte rechtsextreme Szene in Österreich, welche in den 70er Jahren immer mehr zersplitterte. Haiders nationaler Kurs sorgte für einen Strategiewandel der Rechtsextremen. Viele rechtsextreme (zum Teil illegale) Organisationen wie die von Gottfried Küssel 1986 gegründete Volkstreue Außerparlamentarische Opposition (VAPO) gaben aufgrund wachsenden behördlichen Drucks die Parole vor: „Rein in die Legalität!“. Öffentliches Auftreten sollte vermieden werden und der Weg in die FPÖ bzw. deren Vorfeldorganisationen (z.B. Burschenschaften) sollte gesucht werden.
Jörg Haider beeindruckte in der Szene vor allem durch seinen unverhohlenen Rechtsextremismus und seine Sympathie für ehemalige NS-SympathisantInnen. Unvergessen bleiben seine Aussagen zur „ordentlichen Beschäftigungspolitik“ des Dritten Reichs und seine Lobesrede vor ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS in Krumpendorf 1995 („Es ist gut, dass es in dieser Welt noch anständige Menschen gibt, die einen Charakter haben, die auch bei größtem Gegenwind zu ihrer Überzeugung stehen und ihrer Überzeugung bis heute treu geblieben sind.“)
Haider vermochte Ende der 80er Jahre den desolaten Zustand der politischen Kultur in Österreich und die schrittweise Aushöhlung des Wohlfahrtsstaates für seine Agitation zu nutzen. Haider sah sich als „Anwalt der kleinen Leute“ und rückte vor allem die „Ausländerfrage“ ins Zentrum seiner Agitation, welche schließlich im Ausländervolksbegehren 1993 gipfelte. Die beiden Großparteien ÖVP und SPÖ setzten dem ausländerfeindlichen Kurs der FPÖ wenig entgegen und übernahmen trotz personeller Ausgrenzung freiheitliche Inhalte und Forderungen. Die Rolle der beiden Großparteien am Aufstieg Haiders kann gar nicht überschätzt werden. (Vgl. Schiedel, Heribert 2007: Der rechte Rand. Extremistische Gesinnungen in unserer Gesellschaft, Wien.)
Nach dem Wahlerfolg der FPÖ von 1999 und dem Regierungseintritt 2000 kam es zu einem heftigen Richtungsstreit zwischen einem neoliberalen, pragmatischen Flügel um Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer und Finanzminister Karl-Heinz Grasser und dem völkisch-nationalen Mehrheitsflügel, der schließlich 2002 bei einem Sonderparteitag in Knittelfeld eskalierte. Die Parteiführung um Riess-Passer trat schließlich aus der FPÖ-Regierungsmannschaft aus und die FPÖ wurde bei den darauf folgenden Wahlen nahezu dezimiert. Die innerparteilichen Querelen führten 2005 zur Gründung des Bündnisses Zukunft Österreich (BZÖ), das von Haider unterstützt wurde und in das gesamte ehemalige FPÖ-Regierungsmannschaft übertrat. In der FPÖ blieb schließlich der deutschnationale Flügel übrig, die Parteiführung übernahm der Wiener FPÖ-Obmann und Mitglied der Burschenschaft Vandalia Heinz-Christian Strache. Strache machte vor allem durch seine Reden beim so genannten „Totengedenken“ zum 8. Mai 1945 und seine Anti-Ausländer-Wahlkämpfe in Wien auf sich aufmerksam. 2007 geriet Strache ins Kreuzfeuer der Kritik, als Fotos auftauchten, die ihn bei Wehrsport-ähnlichen Übungen zeigten. Seine Bekanntschaft zu dem 1990 gestorbenen Gründer der NDP Norbert Burger soll an dieser Stelle auch nicht verschwiegen werden.












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